Königlich heilsam, die Königskerze Asthma Pferd
- Lysien Büchling

- 8. Mai
- 6 Min. Lesezeit

Zwischen Gott, Glaube und keltischem Heilwissen findet sich die Königskerze.
Ihr lateinischer Name, Verbascum phlomoides, ist meist nicht als geläufiger Name bekannt.
Im volkstümlichen Sprachgebrauch hat die anmutige Pflanze allerdings viele Namen.
Wetterkerze, Himmelsbrand, Marienkerze, Wollkraut, Wollblume und noch einige mehr.
Der Bezug zum Himmel wird auch in den Namen offensichtlich und tatsächlich strebt die Pflanze aufrecht und stolz Richtung Himmel.
Ihre Blüten strahlen in herrlichem Gelb und sind eng aneinander gereiht. Ihre Blätter sind von einem gelblichen, weißlichen oder grünlichen Haarfilz bedeckt.
Tatsächlich wurde die Pflanze früher auch als Fackel verwendet, worauf auch die Bezeichnung Phlomo hindeutet. "Phlomos" bedeutet Flamme.
Dazu wurde sie in Harz oder Pech getränkt und feierlich entzündet.
Dabei leuchten ihre gelben Blüten selbst bereits wie ein Feuer im seichten Licht.
Gerade in den Bergregionen blieb so manche Überlieferung bis in unsere Zeit erhalten. So wurde davon berichtet, man müsse eitrige und schlecht heilende Wunden mit der Himmelsbrandblüte berühren und dabei folgende Formel sagen: „Unsere liebe Frau geht dreimal übers Land, sie trägt den Himmelsbrand in der Hand." So gibt es einige Formeln für verschiedene Leiden, bei denen sie auf diese Weise ganz besonders gut helfen soll.
Wie sollte es auch anders sein, gibt es natürlich auch Beschreibungen von Hildegard von Bingen zu der anmutigen Pflanze.
Aufgrund ihrer behaarten Blätter nannte sie die Pflanze "Wullena". Und so wie man sich von ihren Blättern geschmeichelt fühlt, setzte Hildegard von Bingen die Pflanze gegen Traurigkeit, Heißerkeit und trübe Verstimmungen ein. Sie empfahl, die Pflanze bei Fisch und Fleisch mit zu kochen und sie mit Wein und Fenchel zu sich zu nehmen.
Doch auch im Volksglauben hatte sie ihren festen Platz. Wuchs sie auf einem Grab, so konnte davon ausgegangen werden, dass die Seele des Verstorbenen noch im Fegefeuer büßen musste und keine Erlösung fand. Man fand sie oft am Hof oder im Bauerngarten, denn sie hielt Mäuse, Ratten und böse Seelen fern.
In der Bergregion Südtirols glaubte man, dass ein Amulett aus der Wurzel der Königskerze Gehirnblutungen verhindern könnte, wenn man es am Körper trug. Freilich war zu diesen Zeiten kein Wirkstoff belegt und dennoch findet sich so manch Wahres an den Überlieferungen.
Rein wissenschaftlich betrachtet, gehört sie zu den Braunwurzgewächsen und blüht meist von Mai bis in den August. Außerdem erreicht sie Höhen von bis zu 2 Metern selten auch noch größer. Man findet sie auf Höhen bis zu 1700 Metern.
Wer die Königskerze ansehen möchte, wird auf steinigen Böden oder Böschungen fündig. Ich schreibe bewusst „ansehen“, denn die hübsche Pflanze steht unter Naturschutz und darf damit nicht einfach gesammelt werden. Aber sie frei in der Natur zu betrachten und auf sich wirken zu lassen, bringt uns der Natur wieder ein ganzes Stück näher.
Allerdings kann man sie sich auch in den eigenen Garten holen. Hier steht sie nicht unter Naturschutz und darf auch gerne genutzt werden. Sie ist eine zweijährige Pflanze, die sich meist selbst aussät. Die Erntezeit ist vom Frühling bis in den späten Sommer. Verwendung finden sowohl die Blätter und Wurzeln als auch die Blüten. In den meisten Rezepten und Anwendungen werden allerdings überwiegend die Blüten genutzt.
Überwiegend bekannt ist ihre Wirkung auf die Atemwege. Hier wird sie auch von der Kommission E genannt.
Dabei nimmt sie eine besondere Rolle in der Behandlung von Lungen- und Bronchialkrankheiten ein. Sie wirkt schleimlösend und dennoch gleichzeitig hustenreizlindernd.
Was wirkt da?
Saponine
Flavonoide
Schleimstoffe
neutrale Polysaccharide
saure Polysaccharide
Iridoidglykoside
Phenolcarbonsäure
Wie wirkt es?
expektorierend (auswurffördernd)
spasmolytisch (krampflösend)
antiphlogistisch (entzündungshemmend)
antiviral (gegen Vieren)
schweißtreibend
reizmildernd
antibakteriell (gegen Bakterien)
leicht diuretisch (entwässernd)
analgetisch (schmerzlindernd)
Nachfolgend liste ich einige Erkrankungen und Beschwerden auf, bei denen die Königskerze aufgrund ihrer Wirkung geschätzt wird. Diese Wirkung lässt sich sowohl auf unsere Pferde als auch auf uns Menschen übertragen. Die Wirkung auf die beschriebenen Erkrankungen und Symptome ist nicht bei allen wissenschaftlich nachgewiesen, was allerdings nicht bedeutet, dass sie in diesen Bereichen keine Wirkung zeigt.
Innerliche Anwendung
Reizhusten
chronische & akute Bronchitis
Husten mit fest sitzendem Schleim
gereizte Schleimhäute
Katarrhe der oberen Luftwege
Asthma Pferd
Äußerliche Anwendung
Brandverletzungen
Wunden
Drüsenschwellungen
Ohrenschmerzen
Hämorrhoiden
Geschwüre
Hauterkrankungen
Wie wendet man sie an?
Die Königskerze lässt sich als Aufguss, Tinktur, Breiumschlag oder Badezusatz oder beispielsweise bei Pferden auch pur verabreichen.
Aufgrund ihrer Beschaffenheit haben die Blüten und Blätter im getrockneten Zustand allerdings relativ viel Volumen, wodurch vom Tier relativ viel Masse gefressen werden muss, um auf die Dosierung zu kommen.
Da die Blüten eine leichte Süße besitzen, werden sie aber häufig gerne von den Tieren angenommen. Bei Pferden, die Schwierigkeiten mit den Zähnen oder im Verdauungstrakt haben, kann auch ein Pulver gewählt werden, um die optimale Aufnahme der Inhaltsstoffe zu gewährleisten. In diesem Fall ist Anfeuchten allerdings unumgänglich, um zusätzliche Staubbelastung zu vermeiden.
Dosierung
Mensch | 1-3 Tl / Tag |
Hund | 4-10g / Tag |
Pferd | 20-40g / Tag |
Wenn du Fragen zur Dosierung hast, melde dich gerne bei mir. In der hier aufgeführten Tabelle wird von Standards ausgegangen, beispielsweise beim Pferd 500kg.
Von der richtigen Dosierung hängt auch die Wirkung der Pflanze ab. Gerade bei Pferden wird häufig aus Angst zu schwach dosiert und die therapeutische Wirkung bleibt aus.
Außerdem möchte ich von einer Dauergabe abraten. In den Ställen höre ich immer häufiger Tipps zur Dauergabe von Heilpflanzen.
"Das kannst du ruhig dauerhaft geben, mache ich auch so."
Jede Gabe mit dem Hintergrund, etwas zu bewegen, setzt Impulse im Organismus, die im idealen Fall auch die Selbstheilungskräfte mobilisieren. Wird der Körper nun aber ständig damit konfrontiert, tritt im schlechtesten Fall eine Art Gewöhnungseffekt ein. Die Zellen bekommen keine Reizsetzung mehr. Die Wirkung lässt nach, bis sie schließlich ganz abflacht. Im besten Fall scheidet der Körper die ungenutzten Stoffe einfach aus, im schlechtesten wurde ein Kraut gewählt, welches neben seinen heilenden Eigenschaften auch toxisch wirken kann. Lagern sich diese Toxine an, weil sie nicht einfach den Körper verlassen können, haben wir am Ende mehr Schlechtes als Gutes hinein gebracht.
Daher ist es immer ratsam, längere Pausen einzulegen. Diese können wahlweise mit anderen Kräutern gefüllt werden.
Nebenwirkungen/ Kontraindikationen
Es liegen dazu derzeit so gut wie keine vor. Da aus Mangel an dokumentierter Erfahrung nicht klar gesagt werden kann, wie die Königskerze in der Schwangerschaft und Stillzeit vertragen wird, raten einige davon ab. Ansonsten wäre das ein klares Ausschlusskriterium bei Mensch und Tier: eine Allergie gegen die Pflanze und ihre Inhaltsstoffe.
Aus diesem Grund sollte man grundsätzlich bei allen Pflanzen darauf achten, ob sich unerwünschte Symptome bei einem selbst oder dem eigenen Tier bei der Gabe bemerkbar machen.
Ausflug in die traditionelle chinesische Medizin
In der traditionellen chinesischen Medizin ordnet man die Königskerze den neutralen bis leicht warmen Pflanzen mit süßem Geschmack zu. Sie ist dem Lungenmeridian zugeordnet, befeuchtet die Lunge und transformiert Schleim.
Idealerweise wird sie nicht als Einzelkraut verabreicht, sondern in einer abgestimmten Mischung, mit Bezug zur vorhandenen Disharmonie. In individuellen Mischungen ergänzen und unterstützen sich die Pflanzen gegenseitig. Dabei kommt die Königskerze auch in Mischungen vor, deren Verabreichungsgrund gar nicht offensichtlich etwas mit der Lunge zu tun hat. In der chinesischen Medizin werden die Pflanzen teilweise etwas anders verstanden und eingesetzt als in der westlichen Heilkunde. Obgleich auch in der westlichen Kräuterheilkunde eine ausbalancierte und abgerundete Mischung das Maß aller Dinge ist.
Wenn du auf der Suche nach einer passenden Kräutermischung für dein Pferd bist, sprich mich gerne an.

Der Klassiker bei Husten-Erkrankungen, für Erwachsene und Kinder. Die Königskerze eignet sich allgemein auch in der Behandlung von Kindern hervorragend, da ihr in der TCM süßer Charakter sich eben auch im Geschmack widerspiegelt. Der Zucker bei der Sirup-Herstellung tut natürlich sein Übriges.
Für Diabetiker oder alle, die keinen Zucker mögen, kann als Alternative auf Süßstoffe wie Erythrit zurückgegriffen werden.
In diesem Fall bevorzuge ich allerdings die klassische Methode, zumal der Sirup als Heilmittel eingesetzt nur in begrenzter Menge verwendet wird.
An dem Männchen erkennst du, dass dieser Sirup nur für uns Menschen geeignet ist.
Durch die hohe Zuckermenge ist der Sirup bei sauberer Verarbeitung sehr lange haltbar und kann auch verdünnt in Wasser getrunken werden.


Ein Kaltauszug ist besonders bei Pflanzen mit Schleimstoffen eine hervorragende Möglichkeit, die Inhaltsstoffe sanft zu lösen.
Dabei ist immer zu beachten, dass die Schutzwirkung, die durch den Schleim hervorgerufen wird, auch dafür sorgt, dass andere Stoffe schlechter aufgenommen werden. Daher empfiehlt sich ein Mindestabstand von 30 Minuten zu der Einnahme von Supplementen oder Medikamenten.
Je nach Krankheitsbild kann der Auszug kalt oder leicht erwärmt getrunken werden. Bei Pferden kannst du die Blüten natürlich einfach mit verfüttern und musst den fertigen Auszug nicht durch ein Sieb filtern.

Ein Ölauszug aus den Blüten der Königskerze ist ein hervorragender Rohstoff für die Weiterverarbeitung zu Salben, Cremes usw. Aber das Öl kann natürlich auch pur angewendet werden.
Wichtig ist, ein hochwertiges Trägeröl zu verwenden. Das bedeutet, es sollte kalt gepresst sein, ungiftig für Pferde, im Idealfall inBio-Qualität und vorteilhaft ist natürlich eine hautpflegende Wirkung als Zusatz.
Das fertige Öl eignet sich für kleinere Schürfwunden, zur Hautberuhigung und teilweise auch bei leichten Verbrennungen. Hierbei greife ich allerdings auf eine Mischung mit Aloe-Saft zurück, um die Haut durch das Öl nicht zu schwer zu belasten.
Du kannst natürlich auch einfach einen Tee herstellen und über das Futter geben, selbst trinken oder mit Kompressen äußerlich arbeiten.
Ich hoffe, du konntest etwas Nützliches über diese herrliche und nützliche Pflanze mitnehmen und entdeckst sie draußen jetzt mit anderen Augen.
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Bei Fragen zur Anwendung oder zu Rezepten usw. kontaktiere mich gerne über das Kontaktformular oder Facebook und Instagram.




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